Die Apitronix-Architektur: Determinismus im großen Maßstab

Das Problem: Die Echtzeitbarriere

Traditionelle Automotive- und Industrieprozessoren stoßen an eine Komplexitätsgrenze. Mit dem Übergang der Branche hin zu Software-Defined Vehicles (SDV) ist die Herausforderung, sicherzustellen, dass sicherheitskritische Aufgaben (wie Bremsen oder Lenken) nicht durch unkritische Software (wie Infotainment oder Gateway-Dienste) unterbrochen werden, zu einem ernsthaften Problem geworden.

Aktuelle Lösungen setzen auf softwarebasierte Isolation – Hypervisoren und Memory Protection Units (MPUs) – was folgende Nachteile mit sich bringt:

Erhebliche Latenz
15–30 % Leistungsaufwand.
Unvorhersehbares Jitter
Interruptgesteuerte Architekturen verursachen zeitliche „Black Box"-Probleme.
Komplexe Sicherheitsnachweise
Den Nachweis von Freedom-from-Interference in Software zu erbringen ist außerordentlich kosten- und zeitaufwendig.

Die Lösung: Massiv parallele Tasklet-Prozessoren

Apitronix denkt Silizium für das Echtzeitzeitalter neu. Einige wenige hochfrequente, komplexe Kerne werden durch ein massiv paralleles Array aus 220 RISC-V Tasklet Processors™ ersetzt. Indem Scheduling und Schutzmechanismen von der Softwareschicht in die Hardware verlagert werden, wird ein Determinismusgrad erreicht, der auf traditionellen Architekturen physisch unmöglich ist.


Kernfunktionen

Apitronix Block Diagram

Hardwareerzwungene Freedom-from-Interference (FFI)

Im Gegensatz zu traditionellen MCUs erzwingt Apitronix Isolation auf Metallebene.
* Echte Komposierbarkeit: Gemischt-kritischer Code (ASIL D und QM) wird auf demselben Silizium ohne Risiko ausgeführt.
* Physische Partitionierung: Ein Softwarefehler oder eine Endlosschleife auf einem Kern kann weder die Zyklen eines anderen verbrauchen noch auf dessen Daten zugreifen.
* Null Overhead: Strikte Partitionierung wird ohne den Leistungsverlust eines Software-Hypervisors erreicht.

Das 220-Kern-Array und das Messaging-Fabric

Das Herzstück des Chips ist ein Array aus 220 individuellen RISC-V-Kernen, die durch ein proprietäres Messaging-Fabric mit extrem niedriger Latenz verbunden sind.
* Leistung: Liefert 392.700 CoreMark™, was ungefähr dem 16-fachen der Leistung aktueller führender Automotive-Mikrocontroller entspricht.
* Begrenzte Latenz: Jede Befehlsausführungszeit ist konstant. Kein Jitter durch Sprungvorhersage oder komplexe Cache-Hierarchien.
* Simulink Native: Die Toolchain ermöglicht die direkte Ausführung von Simulink-Modellen, wodurch manuelle Codeoptimierung entfällt und die Entwicklungszeit um bis zu 12 Monate verkürzt wird.

Deterministisches KI- und ML-Inferencing

Apitronix bringt maschinelles Lernen in sicherheitskritische Bereiche, in denen traditionelle GPUs aufgrund nichtdeterministischen Verhaltens häufig versagen.
* Konsistenter Durchsatz: Hochleistungsfähiges ML-Inferencing mit garantierter Latenz.
* Der Benchmark: Entspricht der Inferenzleistung von Branchenführern wie NVIDIA Orin AGX für spezifische automotive Wahrnehmungsaufgaben – jedoch mit harten Echtzeitgarantien in Hardware.


Vergleich: Apitronix vs. Traditioneller MCU

Merkmal Traditioneller Hochleistungs-MCU Apitronix Tasklet Processor™
Architektur 4–8 komplexe Kerne 220 parallele RISC-V-Kerne
Isolation Software (Hypervisor/MPU) Hardware (Physische Partitionierung)
Jitter Hoch (Cache-/Interrupt-gesteuert) Null (Deterministischer Bus)
Entwicklung Manuelle C-Code-Optimierung Nativer Simulink-/modellbasierter Ansatz
Integration Mehrere ECUs (komplexe Verkabelung) Zonen-/zentralisierte Echtzeitberechnung

Normen und Konformität

Die Architektur ist für die anspruchsvollsten Umgebungen ausgelegt und erfüllt globale Sicherheits- und Schutzanforderungen:
* Funktionale Sicherheit: Architektur ausgelegt auf ISO 26262 ASIL D-Konformität.
* Cybersicherheit: ISO/SAE 21434-bereit mit hardwareverschlüsseltem Secure Boot.
* Zuverlässigkeit: AEC-Q100 Grade 0/1-Qualifikation.
* Legacy-Unterstützung: Native Unterstützung für AUTOSAR-Peripherie ohne den Overhead des Software-Stacks.


Die Zukunft der Echtzeitverarbeitung gestalten

Die Apitronix-Architektur ist nicht nur ein Chip – sie steht für eine neue Philosophie sicherheitskritischer Datenverarbeitung. Durch die Vereinfachung der Hardware wird auch der Sicherheitsnachweis vereinfacht, sodass sich Ingenieurteams auf Funktionen konzentrieren können, anstatt Interferenzprobleme zu beheben.

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